Frau Kaufmann verabschiedet sich

Verfasst von Anja Lindenau am Dienstag, 23. Januar 2026

Im Namen der Schulleitung danken wir Dr. Dorothea Kaufmann für ihr Engagement und Wirken an unserer Schule. Zum Abschied in den Ruhestand wendet sie sich mit den folgenden Worten noch einmal persönlich an ihre Schüler:innen.

Liebe Schüler:innen

„In Hamburg sagt man Tschüß“, das ist der Titel eines alten Liedes, den ich zum Anlasses meines Abschiedes von der Schule und von meinem Lehrerinnen-Beruf passend finde.

Ihr wart die Hauptpersonen, weswegen ich so lange an der Schule war. Wir haben zusammen gelernt, gelacht, gestritten, diskutiert, geforscht, gemalt, gemessen, Zusammenhänge überlegt, Musik gemacht, improvisiert, Musik erfunden und vieles mehr. Mir war es immer wichtig, euch anzuleiten, selber zu tun, selber zu lernen und weiterführende Fragen zu stellen. Das haben nicht immer alle verstanden, andere fanden genau das, das selbständige Lernen, gut. Mit euch zu arbeiten hat mir immer Spaß gemacht, manchmal war es auch schwierig und es war viel Geduld gefragt – von allen Seiten.

Den Unterricht, die fachliche und persönliche Auseinandersetzung mit euch und das menschliche Miteinander in der Schule werde ich bestimmt vermissen, wenn ich nicht mehr arbeite. Ich würde gerne wissen, was aus euch später wird.

Wenn ihr mich auf der Straße in Ottensen (oder anderswo) seht, sprecht mich, wenn ihr mögt, gerne an und erzählt mir, welche Wege ihr eingeschlagen habt. Oft übersehe ich euch. Das ist keine böse Absicht, höchstens eine Marotte oder ein Tick von mir. Ihr verändert euch sehr schnell, so dass ich euch mit flüchtigem Blick beim Vorbeigehen oft nicht sehe.

Ich drücke euch die Daumen und wünsche euch, dass ihr etwas Gutes aus dem, was ihr an der Schule lernt, macht und bin gespannt auf eure Erzählungen, von euch oder auch von euren Eltern.

Auf Wiedersehen ist ein schöner Begriff, beinhaltet er doch, dass man sich wieder sieht – vielleicht bei einem Schulfest, beim Weihnachtsbasar oder Winterkonzert oder irgendwo in Ottensen?

Fotos: privat

Meine kleine blaue Umhängetasche, mein Markenzeichen, hänge ich jetzt an den Nagel.  Darin hatte ich meine Schulschlüssel (die ich ohne meine kleine Tasche wahrscheinlich immer gesucht hätte), einen Kuli, einen langen Schlüssel für den Flügel in der Aula und etwas Geld für den Saftladen (normalerweise Kleingeld). Ohne den Saftladen wäre ich vermutlich verhungert’, sagte ich immer wieder. (Wie gut, dass es ihn gibt). Zur Zeit, als es noch grüne Tafeln in der Schule gab, hatte ich auch immer ein Stück Kreide in dieser Tasche.

Macht es gut, ciao, adieu und tschüß, eure Frau Kaufmann